Termine

19.05.2024 - So | WEIMAR: »Die Straße«
[mehr...]
Im Lichthaus Kino Weimar.



»Die Straße«
D 1923, ca. 79 min
Regie: Karl Grune
Kamera: Karl Hasselmann
Bauten: Karl Görge, Ludwig Meidner
Darsteller: Eugen Klöpfer, Lucie Höflich, Leonhard Haskel, Aud Egede Nissen, Hans Trautner, Max Schreck, Anton Edthofer

2023 vom Filmmuseum München digital restaurierte und viragierte Fassung!

Ein kleinbürgerlicher Herr wird durch abendliche Lichtreflexe und Schatten, die ihm das ungezügelte Leben der Großstadtstraße vorgaukeln, aus der biederen Monotonie des Alltags gelockt. Er flieht aus der Stube in den Strudel der Großstadt mit all ihren Verlockungen. Er schließt sich einer Prostituierten an, deren Kumpane in einem Lokal einen Mann berauben wollen und schließlich ermorden. Zurück bleibt nur unser Herr, im Gefängnis dem Selbstmord nahe.

Karl Grune schuf mit »Die Straße« den Prototyp der von Siegfried Kracauer also solche bezeichneten „Straßenfilme“, die er als Gleichnisse für das in die Diktatur abrutschenden deutschen Volk sah. Der Film ist ein vom Expressionismus geprägtes Meisterwerk, das fast ohne Zwischentitel auskommt. Zweifellos ein Meilenstein der Filmästhetik, Filmsprache und Filmkunst. Der Film-Kurier urteilte u.a.: „In Karl Grunes Film »Die Straße« ist die Großstadt der Held. Sie wird als ein Vampir dargestellt, der jeden in Stücke zerreißt, der in seine Klauen gerät. (...) »Die Straße« ist ein Todestanz der Epoche, deren Lärm den Schrei der Verzweiflung ersticken will.“

Der Film wurde 2023 vom Filmmuseum München mit Hilfe neu aufgefundener Ausgangsmaterialien digital restauriert und besticht erstmals seit den 1920er Jahren durch seine optische Brillanz und den originalen Wortlaut der wenigen Zwischentitel.






Beginn 19:30 Uhr

24.05.2024 - Fr | POTSDAM: »Revolutionshochzeit«
[mehr...]
Im Filmmuseum Potsdam.

»REVOLUTIONSHOCHZEIT« (»Die große Liebe«)
Deutschland 1929, 99 Min.
Regie: A.W. Sandberg
Drehbuch: Norbert Falk, Robert Liebmann frei nach dem Bühnenstück „Revolutionsbryllup“ (1906) von Sophus Michaëlis
Kamera: Christen Jørgensen, Hans Scheib
mit Diomira Jacobini, Karina Bell, Walter Rilla, Gösta Ekman, Fritz Kortner, Paul Henckels

Paris im Jahr 1793, mitten in der französischen Revolution: Um den letzten Wunsch ihres verstorbenen Vaters zu erfüllen, hat sich die Komtesse Alaine de l’Estelle mit dem adligen Erneste de Tressailles verlobt. Erneste kämpft als sogenannter Emigrantenoffizier in der österreichischen Armee gegen die Republikaner. Als Erneste in der Nähe von Alaines Schloss Trionville stationiert wird, besucht er sie, um schnell zu heiraten. Doch da dringt eine republikanische Armee unter Führung des kaltherzigen Bürgerkommissars Montaloup ins Schloss ein und verhaftet Erneste. Als Emigrantenoffizier und Volksfeind wird er zum Tode verurteilt. Um Erneste zu retten, bittet Alaine den gutmütigen republikanischen Oberleutnant Marc-Arron um Hilfe…

Dieses visuell opulente und hochkarätig besetzte Revolutionsdrama zeigt, mit welcher Raffinesse ein »bloßer Unterhaltungsfilm« Ende der 1920er Jahre hergestellt werden konnte. Das zugrunde liegende Bühnenstück des populären dänischen Schriftstellers Sophus Michaëlis wurde zuvor bereits viermal in Dänemark und Deutschland verfilmt. Diese letzte stumme Bearbeitung fürs Kino ist eine Meisterleistung internationaler Zusammenarbeit: ein dänischer Regisseur setzte im Auftrag einer deutschen Produktionsfirma ein dänisches Stück mit französischem Inhalt in Szene; das kleine - aber feine - Ensemble bestand aus dem Schweden Gösta Eckman, der Italienerin Diomira Jacobini, dem Österreicher Fritz Kortner und der Dänin Karina Bell. Ein Paradebeispiel für die Internationalität der Filmproduktion und der Filmgeschichte – und des Filmerbes, denn die 35mm-Kopie stammt aus dem Dänischen Filminstitut in Kopenhagen.

Beginn 19:30 Uhr

25.05.2024 - Sa | PREILIPP (bei Rudolstadt): »Mutter und Kind« & Chaplin
[mehr...]
Zur 950-Jahr-Feier der Gemeinde Ober- und Unterpreilipp bei Rudolstadt kommt zur Aufführung:
(der Aufführungsort wird noch bekannt gegeben)


»MUTTER UND KIND«
D 1924, ca. 60 min.
Regie: Carl Froelich
Drehbuch: Robert Liebmann, Walter Supper
Kamera: Gustave Preiß, Willibald Gaebel
Darsteller: Henny Porten, Wilhelm Dieterle, Friedrich Kayßler, Erna Morena, Willy Fritsch, Wilhelm Diegelmann, Arnold Rieck, Hanne Brinkmann, Hugo Landsberger, Loni Nest

Der über Jahrzehnte verschollen geglaubte, starbesetzte Film wurde erst 1999 in fragmentarischen Kopien wiederentdeckt und vom Bundesarchiv-Filmarchiv auf Initiative der Gemeinde Preilipp in Thüringen (bei Rudolstadt) rekonstruiert und am 5.10.2000 in Preilipp erstmals wiederaufgeführt.
Ausgangspubkt ist die Tatsache, dass der Film 1924 in und um Preilipp gedreht wurde! Zur 950 Jahrfeier am 25.05.2024 soll die Aufführung wiederholt werden.

Anschließend gibt es ein passendes Stummfilmprogramm mit Charlie Chaplin (USA, 1916/17, ca. 65 min.)

Beginn 19:30 Uhr

26.05.2024 - So | MÜNCHEN: »Die Nibelungen« (Teil 1 & 2)
[mehr...]
Im Filmmuseum München.

Richard Siedhoff begleitet beide Teile von Fritz Langs »Die Nibelungen« frei nach der Originalmusik von Gottfried Huppertz am Stück (mit Pause).

»Die Nibelungen. Teil 1: Siegfried«
Deutschland 1924 | 149 min | OF
R: Fritz Lang | B: Thea von Harbou | K: Carl Hoffmann, Günther Rittau | D: Paul Richter, Margarethe Schön,
Hanna Ralph, Theodor Loos, Hans Adalbert Schlettow, Bernhard Goetzke, Frida Richard


»Die Nibelungen. Teil 1: Kriemhilds Rache«
Deutschland 1924 | 130 min | OF
R: Fritz Lang | B: Thea von Harbou | K: Carl Hoffmann,Günther Rittau | D: Frida Richard, Margarethe Schön, Rudolf Klein-Rogge, Theodor Loos, Erwin Biswanger, Hans Adalbert Schlettow, Bernhard Goetzke

Beginn 17:00 Uhr

06.06.2024 - Do | LEIPZIG: »Show People«
[mehr...]
Richard Siedhoff als Gast des legendären Wanderkinos!
Auf der "Warze" im Clara-Zetkin-Park, Leipzig - - nahe der Sachsenbrücke.

Infos folgen ...


Beginn 21:00 Uhr

07.06.2024 - Fr | BÜNDE: »Sherlock Jr.«
[mehr...]
Infos folgen ...

Beginn 19:00 Uhr

08.06.2024 - Sa | DIEDORF: Charlie Chaplin Comedies
[mehr...]
In der Alten Strumpffabrik, Diedorf (Thüringen)

CHARLIE CHAPLIN COMEDIES
USA 1916-18
Buch & Regie: Charlie Chaplin
Darsteller: Charlie Chaplin, Edna Purviance, Eric Campbell, Henry Bergmann
Kamera: Roland Totheroh
Dauer: ca. 90 Minuten

Analoge 16mm-Filmprojektion

Stummfilmpianist Richard Siedhoff präsentiert einige Filmperlen des Großmeisters der klassischen Film-Burleske: Charlie Chaplin. Das Ganze serviert vom ratternden 16mm-Projektor in wunderschönen, ungekürzten Filmkopien und Live-Musik am Klavier. Ein herrlicher Spaß für Jung und Alt.
Vor über 100 Jahren wurde Charlie Chaplin binnen weniger Jahre zum populärsten Filmstar des jungen Kinos. Dass er überdies auch der Entwicklung des Films weitreichende Impulse gab, zeigen auch seine frühen Meisterwerke, die er für Mutual Film Co. produzierte. Charmant mischen sich temporeicher Slapstick und geistreicher Humor mit gesellschaftskritischen Milieustudien und Tragik.
Wir zeigen einige seiner wichtigsten Kurzfilme in restaurierter Originalfassungen! Charlie Chaplin in Höchstform!

Die Filme werden live begleitet von Richard Siedhoff am Klavier.


Beginn 19:30 Uhr

16.06.2024 - So | NÜRNBERG: »Piccadilly«
[mehr...]
Im Filmhaus Nürnberg.

Infos folgen ...

Beginn 18:00 Uhr

20.06.2024 - Do | PADERBORN: Chaplin »The Immigrant« & Keaton »Go West«
[mehr...]
In der Studiobühne der Universität Paderborn.



Vorfilm:
»THE IMMIGRANT«
von und mit Charlie Chaplin
USA 1917, ca. 25 min., engl. Originalfassung

Eines von Chaplins ersten Meisterwerken zeigt den Tramp als Einwanderer dritter Klasse zwischen zahlreichen (ost-)europäischen Ethnien auf einem Schiff. Er lernt eine junge Dame kennen, die er in einem kleinen Lokal an Land wiedertrifft - ihre Mutter ist derweil gestorben. Und während der Tramp sie zum Essen einlädt, entspinnt sich ein existenzieller Kampf um eine Münze.

»GO WEST«
Komödie von und mit Buster Keaton,
USA 1925, ca. 70 min., engl. Originalfassung

Im Sommer 1925 lief mit „Goldrush“ nach mehrjähriger Pause wieder ein „richtiger“ Chaplin-Film in den Kinos an. Getoppt wurde Chaplins Erfolg nur noch mit „The Freshman“ von Harold Lloyd. Pathos hieß das Zauberwort der Session und so wagte auch Keaton nach „Seven Chances“ (1924), der freien Adaption eines Broadway-Stücks, einen Ausflug ins Chaplin‘sche Terrain. Die Fabel von Androkles und dem Löwen wird hier zur Fabel von Buster und der Kuh. Hier tritt Keaton vorläufig auch das letzte Mal als die Filmfigur auf, die er seit seinen frühesten Filmen verkörperte, wenn auch keinesfalls konsequent wie Chaplin: Als der stoische Außenseiter mit flachem Filzhut, der sich bei allen Katastrophen sofort anpasst, keine Miene verzieht und immer einen gewitzten Ausweg findet. Dennoch bleibt sein „Stoneface“ nie ungerührt. Die ungeheure emotionale Tiefe, die Keaton mit minimalster Mimik, hier besonders im Zusammenspiel mit der Kuh „Brown Eyes“ auf die Leinwand bannt, sucht seines Gleichen. Die treue Kuh, in die Buster sich in „Go West“ verliebt, ist eine bezeichnend ironische Auseinandersetzung mit seinem Privatleben – die Ehe mit Natalie Talmadge kriselte. Wollten ihn in „Seven Chances“ noch tausende heiratswillige Frauen meucheln, so begnügt er sich hier mit einer richtigen Kuh, die ihm am Ende mehr bedeutet als des Farmers schöne Augen machende Tochter. Die Dreharbeiten zu „Go West“ fanden in extremer Hitze statt, welche fast die Emulsion des Rohfilms zum Schmelzen brachte. Die Rinder waren besonders träge und das Finale des Films besonders schwer zu inszenieren. Später resümiert Keaton: „Manche Teile daran gefielen mir, aber als Film, im Ganzen, mochte ich ihn nicht.“ Dennoch war  „Go West“ ansehnlich erfolgreich und das Ergebnis kann sich mit all seinen surrealistischen Momenten sehen lassen. Unter Eigenregie gelingen Keaton Bilder, „die durch ihre Komposition und in der Explosivkraft ihres Ausdrucks jeden Surrealisten vor Neid erblassen lassen könnten“  (Frieda Grafe, 1964). Keaton, Künstler aus Instinkt, war immer sehr darauf bedacht, besonders stilisierte Motive für seine Bilder zu finden - und am Ende sind wir uns einig: Der beste Freund des Menschen ist die Kuh!

Analoge 16mm-Filmprojektion
Live begleitet von Richard Siedhoff am Klavier


Beginn 19:30 Uhr

21.06.2024 - Fr | LUNZENAU: Die Eisenbahn in der Stummfilmgroteske
[mehr...]
Im »Prellbock«, Bahn-Art-Museum Lunzenau.

Die Eisenbahn in der Stummfilmgroteske
Kurzfilm-Komödien zum Thema Eisenbahn
USA 1920-1927
16mm-Projektion, ca. 80 Minuten

Stummfilmpianist Richard Siedhoff präsentiert Perlen der Filmgeschichte live am Klavier!

Eisenbahnen spielten im Aufbruchsmedium des 20. Jahrhunderts - dem Kinofilm - eine besondere Rolle. Insbesondere in den amerikanischen Slapstick-Komödien wurden die Möglichkeiten dieser "thrilling Machines" bis aufs äußerste ausgenutzt. Ob bei rasanten Verfolgungsjagden, oder bei vermeintlichen Liebesabenteuern im Schlafwagen, oder in liebevoll-anachronistischer Manie mit einer historischen "Stevenson", oder gar im Zeichentrickfilm: Die Dampflock war ein stetiger Gefährte der großen und kleinen Filmkomiker.

Beginn 21:30 Uhr

23.06.2024 - So | WEIMAR: Harold Lloyd »Warum sich krank ärgern?«
[mehr...]
Im Lichthaus Kino Weimar.

»Warum sich krank ärgern?« /
»Why worry?«
USA 1923, ca. 65 min + Vorfilm
Regie: Fred C. Newmeyer, Sam Taylor
Buch: Sam Taylor, Ted Wilde, Tim Whelan
Kamera: Walter Lundin
mit Harold Lloyd, Jobyna Ralston, John Aasen, Mighty Herculeo

Infos folgen ...


Beginn 19:30 Uhr

29.06.2024 - Sa | DÜSSELDORF: »Why Worry«
[mehr...]
In der »Blackbox«, dem Kino des Filmmuseums Düsseldorf.

»WHY WORRY«
USA 1923, ca. 60 min. (+ Vorfilm)
Regie: Fred Newmeyer, Sam Taylor
mit Harold Lloyd, Jobyna Ralston, John Aasen

Infos folgen ...

Beginn 19:30 Uhr

30.06.2024 - So | BERLIN: »Menschen am Sonntag«
[mehr...]
Im Ballhaus Wedding, Berlin.

»MENSCHEN AM SONNTAG«
D 1930, ca. 75 min
Regie: Robert Siodmak, Edgar G. Ulmer
Drehbuch: Billy Wilder, Curt Siodmak, Robert Siodmak
Produktion: Moriz Seeler für Filmstudio 1929, Berlin
Kamera: Eugen Schüfftan, Fred Zinnemann
Schnitt: Robert Siodmak
In den Hauptrollen: Erwin Splettstößer, Brigitte Borchert, Wolfgang von Waltershausen, Christl Ehlers, Annie Schreyer

Billy Wilders Drehbuchdebut bescherte der Filmwelt ein bleibendes Stück Filmgeschichte: 1930 als einer der letzten deutschen Stummfilme unter der Regie von Robert Siodmak und ausschließlich mit Laien-Darstellern gedreht, entstand ein einfühlsames Zeitbild des Berliner Alltags der ausgehenden 1920er Jahre. Nicht zufällig zählen die Beteiligten hinter der Kamera zu jenen später vor den Nazis geflohenen Emigranten, die in Hollywood dann noch große Karrieren vor sich haben sollten. Ebenso un-zufällig zeichnet der Film ein Bild der ausgehenden Blütezeit Deutschlands, in dem keine Tendenzen auszumachen sind, die die Schreckensherrschaft der Nazis erahnen lassen. Ein sommerfrischer Sonntagsausflug, in dem wir die Weimarer Republik ganz privat erleben:
Vier junge Leute, die sich bei einem Sonntagsausflug kennen lernen, ein wenig verlieben, ein wenig verstricken und schließlich wieder auseinander gehen. Impressionistisch und modern gefilmt blicken wir in eine Epoche, die weit entfernt ist und doch plötzlich viel näher und nahbarer erscheint, da sich im Prinzip bis heute nicht viel geändert hat. Ein zeitloses Zeitbild, ein Film zum verlieben!

Beginn 20:00 Uhr

09.07.2024 - Di | MÜNCHEN: »The Navigator« (Klavier & Oboe)
[mehr...]
Im Filmmuseum München.

Am Flügel: Richard Siedhoff
An der Oboe: Mykyta Sierov

Vorfilm:
»A la conquête du pôle« (Die Entdeckung des Nordpols)
Frankreich 1912
35 min, koloriert | dtF
R+B+K: Georges Méliès, frei nach dem Roman »Voyages et aventures du Captaine Hatteras« von Jules Verne
D: Georges Méliès, Fernande Albany

Eine Gruppe internationaler Delegierter reist in einem Aerobus zum Nordpol. Das letzte große Werk des Zauberers und Filmpioniers Georges Méliès vereinigt alle Elemente seiner erfolgreichsten Filme: poetische Welten in kunstvollen Kulissen mit magischen Trickaufnahmen. Nur in der vom Filmarchiv Austria gesicherten deutschen Kopie des Films ist auch die Nebenhandlung überliefert, in der eine Suffragettengruppe eine parallele Expedition zum Nordpol durchführt.

»The Navigator« (Buster Keaton, der Matrose)
USA 1924 | 70min | OF, viragiert
R: Buster Keaton, Donald CrispB: Clyde Bruckman, Joseph Mitchell, Jean Havetz | K: Byron Houk, Elgin Lessley | D: Buster Keaton, Kathryn McGuire, Frederick Vroom, Clarence Burton

Durch dumme Zufälle landen ein schüchterner Millionärssohn und das von ihm angehimmelte Mädchen auf einem verlassenen Dampfschiff, das steuerlos auf dem Ozean treibt. »Dieser Film ist mehr als ein ergötzliches Sammelsurium von Situationsscherzen: Er offenbart spielerisch die Schwäche des Zivilisationsmenschen und zugleich den Triumph seiner fast
mechanisch arbeitenden Intelligenz.« (Das Tage-Buch, 2.9.1926) 2021 wurde eine im Museum of Modern Art gefundene Nitro-Kopie des Films digital restauriert.

Beginn 20:00 Uhr

10.07.2024 - Mi | MÜNCHEN: »Genuine. Die Tragödie eines seltsamen Hauses«
[mehr...]
Im Filmmuseum München.

Am Flügel: Richard Siedhoff
An der Oboe: Mykyta Sierov

»Genuine. Die Tragödie eines seltsamen Hauses«
Deutschland 1921 | 88 min, viragiert | OF
R: Robert Wiene | B: Carl Mayer | K: Willy Hameister | D: Fern Andra, Ernst Gronau, Harald Paulsen, John Gottowt, Hans Heinz von Twardowsky, Lewis Brody

Der nach DAS CABINET DES DR. CALIGARI zweite expressionistische deutsche Stummfilm erzählt die bizarre Geschichte eines
männermordenden Vamps, der in einer eigenartigen Grotte gefangen gehalten wird. Der kunstvoll stilisierte Film ist nur in zwei unterschiedlich unvollständigen Kopien einer gekürzten und umgearbeiteten französischen Fassung überliefert, die 2024 die Grundlage für eine digitale Rekonstruktion des Filmmuseums München gebildet haben. Die neuen deutschen Zwischentitel wurden nach zeitgenössischen Inhaltsangaben gestaltet, die mehrfarbigen Viragen unterstreichen das bunte fantastisch-magische Geschehen. »An Geld ist nicht gespart worden, man hat sich Kostüme und Dekorationen viel kosten lassen. Es ist eine ganze Anzahl hübscher Bilder in dem Film. Man hat sich dazu eigens in César Klein einen expressionistischen Maler von öffentlich bestätigtem Rang geholt. Man hat in Fern Andra eine außerordentlich hübsche und sogar mimisch ausdrucksfähige Schauspielerin verpflichtet, die in 6 Akten rund gerechnet 36 bizarre Kostüme tragen darf: Primadonna, die sie ist, spielt sie sie, wollüstig, grausam, zärtlich, immer mit dem Bewusstsein, dass die ganze Veranstaltung nur da ist, um zu zeigen, wie gut Fern
Andra aussieht.« (Berliner Börsen-Courier, 5.9.1920)



Beginn 20:00 Uhr

11.07.2024 - Do | MÜNCHEN: »Terje Vigen«
[mehr...]
Im Filmmuseum München.

Vorfilm:
»Brandung«
Deutschland 1915 | 19 min, viragiert
R: Heinrich Nischwitz-Lisson | D: Ludwig Colani, Elisabeth Kaiser

Ein Eifersuchtsdrama aus dem Seemannsleben, gedreht an der Küste in Norddeutschland. Das Filmmuseum hat eine viragierte Nitrokopie des Films gesichert und 2007 eine 35mm-Farbkopie im Desmet-Verfahren hergestellt.


»Terje Vigen«
Schweden 1917 | 62 min, viragiert | dtF
R: Victor Sjöström | B: Victor Sjöström, Gustaf Molander, nach einer Ballade von Henrik Ibsen | K: Julius Jaenzon | D: Victor  Sjöström, Bergliot Husberg, August Falck, Edith Erastoff

Das erste große Meisterwerk des schwedischen Stummfilms  über Schuld und Vergebung: Der norwegische Fischer Terje Vigen verliert durch eine englische Seeblockade im Krieg gegen Napoleon seine Familie. »Victor Sjöström hat Bilder gefunden, die dem Balladentext eine zusätzliche poetische Dimension geben. Die Bilder der Landschaft, von dem stürmischen Meer und den starren Felsen, der düsteren Steilküste und der heimischen Fischerhütte, dem undurchdringlichen Nebel und dem endlosen Hori-
zont, sind hier Abbilder von Gefühlen und Leidenschaften der Menschen, die in dieser Landschaft leben und wieder von ihr geformt werden. Diese lyrische Beziehung zur Natur ist immer ungebrochen, direkt symbolisch und realistisch zugleich.« (Eckart Jahncke) Von einer viragierten Nitro-Kopie der deutschen Fassung des Films, die als Basis für die Rekonstruktion der Originalfassung durch das schwedische Filminstitut diente, wurde für das Filmmuseum München 2006 eine 35mm-Farbkopie im Desmet-Verfahren hergestellt.

Beginn 20:00 Uhr

12.07.2024 - Fr | MÜNCHEN: Laurel & Hardy Comedies
[mehr...]
Im Filmmuseum München.

Neil Brand und Richard Siedhoff wechseln sich am Flügel ab!

Bevor Stan Laurel und Oliver Hardy als perfekt eingespieltes Paar in THE SECOND 100 YEARS auftraten, hatten sie schon in mehreren Filmen mitgewirkt, in denen sie Gags, Verhaltensweisen und Interaktionen ausprobierten. Die neu restaurierten Fassungen der schönsten dieser wenig bekannten Frühwerke sind in ihrem Humor noch ungeschliffener und anarchistischer
als die späteren Filme.

»Duck Soup« (Leichte Beute)
USA 1927 | 22 min | OF
R: Fred L. Guiol | K: Floyd Jackman | D: Stan Laurel, Oliver Hardy, Madeline Hurlock, William Austin

Zwei Obdachlose geben sich als Besitzer einer verlassenen Villa aus.


»Sailors Beware!« (Matrosen Ahoi!)
USA 1927 | 21 min | OF
R: Hal Yates | D: Stan Laurel, Oliver Hardy, Anita Garvin, Gustav Schaffrath

Ein Taxifahrer und ein Zahlmeister inmitten der feinen Gesellschaft auf einem Luxusdampfer.


Do Detectives Think? (Die Rache des Raubmörders)
USA 1927 | 21 min, viragiert | OF
R: Fred L. Guiol | D: Stan Laurel, Oliver Hardy, James Finlayson, Noah Young

Zwei Detektive sollen einen Richter vor der Rache eines ausgebrochenen Schwerverbrechers schützen.


»Putting Pants on Philip« (Der Jüngling aus der Fremde)
USA 1927 | 21 min | OF
R: Clyde Bruckman | K: George Stevens | D: Stan Laurel, Oliver Hardy, Harvey Clark, Dorothy Coburn

Ein erfolgreicher Geschäftsmann erhält Besuch von seinem Neffen aus Schottland.


»The Second 100 Years½ (Kavaliere für 24 Stunden)
USA 1927 | 22 min, viragiert | OF
R: Fred L. Guiol | K: George Stevens | D: Stan Laurel, Oliver Hardy, James Finlayson, Frank Brownlee

Zwei Gefängnisinsassen gelingt der Ausbruch.

Beginn 20:00 Uhr

28.07.2024 - So | WEIMAR: Infos folgen ...
[mehr...]
Im Lichthaus Kino Weimar.

Infos folgen ...


Beginn 19:30 Uhr

23.08.2024 - Fr | NEUSTADT a. d. Orla: » Stummfilm-Perlen mit Live-Musik und Kino-Erzähler«
[mehr...]
(Aufführungsort wird noch bekannt gegeben)

Stummfilm-Perlen mit Live-Musik und Kino-Erzähler


Richard Siedhoff am Klavier
Thomas Grysko am Mikrofon

Kurzfilme, 1905 – 1915, ca. 90 Minuten

Stummfilmmusiker Richard Siedhoff & Kino-Erzähler/Sprecher Thomas Grysko präsentieren Kurzfilmperlen aus der Frühzeit des Kinos, als es noch üblich war, dass ein Erzähler die Filme launisch kommentierte.

Komisches, Turbulentes, Tragisches und Phantastisches wird an diesem Abend auf der Leinwand wieder lebendig – mit analoger Projektionstechnik. Kino, wie vor 110 Jahren!


Beginn 21:00 Uhr

19.10.2024 - Sa | BECHSTEDTSTRASS: Infos folgen ...
[mehr...]
In der Pfarrkirche St. Bonifatius, Bechstedtstraß (bei Weimar).

Infos folgen ...

Beginn 19:00 Uhr

25.10.2024 - Fr | WURZEN: »Die Austernprinzessin«
[mehr...]
Im Geburtshaus von Joachim Ringelnatz in Wurzen / Joachim Ringelnatz Verein.

»Die Austernprinzessin«
D 1919. ca. 60 min.
Regie: Ernst Lubitsch
Buch: Hanns Kräly
mit Ossi Oswalda, Harry Liedtke, Victor Janson, Julius Falkenstein

16mm-Kopie mit Vorfilm

Lubitschs groteskes Lustspiel persifliert den überbordenden Luxus neureicher Kapitalisten nach dem ersten Weltkrieg:
Die Tochter des eines mit Austern reich gewordenen Industriellen möchte sofort einen echten Prinzen heiraten. Der Vater kauft ihr einen und das Hochzeitsfest wird zur größten Servier-Orgie der Filmgeschichte. Was das Prinzesschen aber nicht weiß: Ihr angeblicher Prinz ist nur der Adjutant des eigentlich völlig verarmten Monarchen, der mal vorfühlen soll, ob sich die Heirat auch lohnt.
Nach einigen Verwechslungen, durchzechten Nächten und einem Boxkampf findet die Liebe aber doch zu Ihrem Glück.

Der Film besticht neben seiner grotesken Darstellung der ohnehin nach dem Krieg verzerrten Wirklichkeit durch seine außergewöhnlich - Ornament-Betonte - Ausstattung, die tausenden Statisten und natürlich einem unverkennbar schlagkräftigen, jüdischen Humor. Lubitsch at his best!

Beginn 18:00 Uhr

26.10.2024 - Sa | DIEDORF: »Faust. Eine deutsche Volkssage«
[mehr...]
In der Alten Strumpffabrik, Diedorf (Thüringen)

»FAUST. EINE DEUTSCHE VOLKSSAGE«
D 1926, 105 Minuten bei 20 fps, mit Pause
Regie: Friedrich Wilhelm Murnau
Mit Emil Jannings, Camilla Horn, Göste Ekmann, Wilhelm Dieterle

Analoge 16mm-Filmprojektion

Der ewige Kampf zwischen Gut und Böse. Der Teufel schließt die Wette ab, Gott die Seele Faustens abzuringen. Mephisto verführt Faust, der verführt Gretchen und am Ende macht Murnau aus der auf das wesentliche beschränkten Fabel eines der bildgewaltigsten Werke der Filmgeschichte. Frei nach der Volkssage mit Elementen von Goethe wird die vielschichtige Geschichte in einer visuellen Offenbarung umgemünzt, gespickt mit zahllosen Zitaten aus der klassischen Malerei.

Die Filme werden live begleitet von Richard Siedhoff am Klavier.

Beginn 19:30 Uhr

16.11.2024 - Sa | ALTLANDSBERG: »Der letzte Mann«
[mehr...]
Kino in der Schloßkirche Altlandsberg.

»DER LETZTE MANN«
D 1924, ca. 90 min.
Regie: F. W. Murnau,
mit Emil Jannings

16mm-Kopie

F. W. Murnau zeigt in seinem Film Der Letzte Mann die Geschichte des sozialen Abstiegs eines Hotelportiers als Parabel über die Wechselhaftigkeit des Lebens nach dem Muster des mittelalterlichen Glücksrads: „Heute bist Du der Erste, geachtet von Allen, ein Minister, ein General, vielleicht sogar ein Fürst – Weißt Du, was Du morgen bist?!“, heißt es im Vorspann.

Der stattliche Portier eines Luxushotels in prachtvoller Livree nimmt sein Selbstwertgefühl mit nach Hause ins Arbeiterviertel, wo er sich abends von seiner Familie und den Nachbarn bewundern lässt. Als der alternde Mann die schweren Koffer nicht mehr schleppen kann, wird er zum Toilettenmann degradiert und seiner Uniform entledigt. Verlacht und verstoßen von denen, die ihn eben noch bewundert haben, zieht er sich in den Keller zurück – doch das Rad der Fortuna dreht sich weiter … hin zum unwahrscheinlichen Happy End mit geradezu biblischer Wucht, das die eingangs gestellte Frage beantwortet: Wer heute der Letzte ist, kann morgen wieder der Erste sein.

Bis heute sind der Einsatz von Spezialeffekten wie die entfesselte Kamera und der fast vollständige Verzicht auf Zwischentitel spektakulär und brachten dem in Babelsberg arbeitenden Regisseur internationalen Ruhm und das Ticket nach Hollywood ein.

Beginn 19:00 Uhr

25.10.2025 - Sa | JONASWALDE: Infos folgen ...
[mehr...]
In der Kirche Jonaswalde.

Infos folgen ...

Beginn 19:30 Uhr



»» Archiv


  

News

»Der Golem« in...
[mehr...]

V. Weimarer...
[mehr...]

nächste Termine

19.05.2024 - So
WEIMAR: »Die Straße«
[mehr...]
24.05.2024 - Fr
POTSDAM: »Revolutionshochzeit«
[mehr...]
25.05.2024 - Sa
PREILIPP (bei Rudolstadt): »Mutter und Kind« & Chaplin
[mehr...]
26.05.2024 - So
MÜNCHEN: »Die Nibelungen« (Teil 1 & 2)
[mehr...]